von Mila Bagrat
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31. Oktober 2023
So komme ich mir bei dem gemeinsamen Leseprojekt mit meiner Tochter – 6 Ferienwochen = 6 Klassiker vor – von Salingers „Der Fänger in Roggen“ bis Orwells „1984“, von Remarques „Im Westen nichts Neues“ bis Goldings „Herr der Fliegen“ und dazu kommt noch „Hundert Jahre der Einsamkeit“ von Marquez und ja, „Fahrenheit 451“ von Bradbury! Womit fange ich an? Am liebsten mit allen gleichzeitig, doch es geht nicht und man muss sich entscheiden, aber wie entscheidet man zwischen Tiramisu und Tartufo, zwischen Schwarzwälder Kirsch und Mokka? Ach, die Qual der Wahl! Meine Tochter soll es entscheiden, dann liegt die Wahl und die damit verbundene Verantwortung ganz bei ihr. :) Worauf ich mich enorm freue – ist das gemeinsame Lesen und die Diskussionen, bei denen ich die vertrauten Themen oft unter einem neuen, erfrischend jungen Winkel sehe, denn glaubt mir, ein aufgeweckter Teenager kann nicht nur das Leben der Eltern völlig umkrempeln, sondern auch die krisengeprüften Klassiker! Und mal sehen, ob bei unserem Projekt die Lieblingshypothesen meiner Deutschprofessorin bestätigt oder gekippt werden: 1. Klassiker dürfen nur diejenigen hassen, die sie alle gelesen haben. 2. Welcher Klassiker braucht schon ein plausibles Sujet, wenn er 5 Bände á 800 Seiten schreiben kann? 3. Die klassische Literatur basiert auf Leiden – mal leidet der Hauptheld, mal der Schriftsteller, mal der Leser… Und nur wenn alle drei gleichzeitig leiden – dann ist es ein Meisterwerk! Bleibt dabei und achtet auf die Brandschutzvorschriften beim Lesen der brandgefährlichen Klassiker in den heißen Sommermonaten, eure Mila